Hellmuth Opitz. In diesen leuchtenden Bernsteinmomenten

„In diesen leuchtenden Bernsteinmomenten“.  Schöner kann der Titel eines Lyrikbandes kaum sein, der Gedichte versammelt, die auch an Momente erinnern, in denen man in die Augen eines scheuen Rehes blickt. Sie sind feinfühlig und kraftvoll zugleich.

Opitz lyrische Texte sind vielfach als Exkurse zu lesen, die eine wunderbare Dramaturgie auf engstem Raum unterzubringen verstehen. Darin kommt es immer wieder zu verblüffenden Wendungen, die zwischen sanftem Humor und leiser Philosophie schweben.  „Diese dickflüssigen Sommernachmittage, / in denen wir schwammen,“

Die Texte  schimmern an den steilen Hängen des Alltags, in erster Linie, machen ihn zunächst feinporig und tränken ihn dann mit Farben und Sinnlichkeit. „Doch ganz gleich, ob mundtot oder / wundrot: Deine Lippen / sind Schießbudenrosen, / so ballerst du deine Sätze heraus.“

Der Rhythmus der einzelnen Gedichte variiert, wie auch die einzelnen Formen sich den Jahreszeiten der Gedanken dieses Lyrikers anzupassen scheinen. Mal ist er sehr melodisch, dann wieder scheint er sich zu verstecken, wenn das Zeitmanagement in Prosagedichten Überhand gewinnt. Immer aber ist sein Pulsieren zu spüren, das durch die Zeilen trägt und staunen lässt. „jetzt starren die Startblöcke / vor Rost, der gebräunt vom Salz / Wind, der kopfüber eintaucht.“

Sehr überzeugend ist auch die charmante Tiefgründigkeit, mit der Opitz zu schauen versteht. Niemals ist sie aufdringlich, niemals auf unterschwelligen Pathos angewiesen, stets spielerisch „die Hände im Kirchenschiff / dieser Klinik, Gesichter, in die / sich eine Müdigkeit festgebissen / hat wie ein wildes Tier,“

Diese Poesie, im freien Spiel der Kräfte zwischen Phantasie, gezähmtem Surrealismus und Alltagserfahrung, ist stark geerdet, das macht sie so sympathisch und auch unterhaltsam. „Auf Kommando steckten wir Strohhalme in den Sommer / und schlürften die Longdrinks ausgedehnter Nachmittage, / die leuchtenden Limonaden des Lichts. Wir schlürften“.

Immer wieder wirft Opitz uns mit seinen sehr eingängigen Bildern auf unseren Zeitgeist zurück. Aber stellt er ihn auch infrage? Kann man ihn eigentlich wirklich infrage stellen, wenn man selbst Teil dieses Zeitgeistes ist? Da sind Lyriker wie Maulwürfe und Opitz allemal.

„Eleganz ist auch nur ein Auffahrunfall / von Elend und Glanz, Glanz und Elend“.

Hellmuth Opitz. In diesen leuchtenden Bernsteinmomenten. Pendragon, 2017

http://www.pendragon.de/book/in-diesen-leuchtenden-bernsteinmomenten/

Nico Feiden. Das Echo des Weines

„Immer bleibt ein herzschlag in den bergen stecken, / noch bevor die landschaft sich öffnet, / gen süden.“ Die Texte dieses blutjungen Lyrikers verdichten seine Reisen durch Europa. Sie sind voll streunender Melancholie, auf deren Schatten die Schönheit der Welt trifft, etwa zwischen „porto & valencia“. Die Beschwerlichkeit des Unbehaustseins wird in faszinierender Weise plastisch gemacht. „die kippen befeuchtet vom tau, / man lässt uns hier liegen, / wie scherben, / die gestern noch / flaschen waren“.  Die Lage, immer wieder ist sie auch verzweifelt, wären da nicht die Tagträume, deren Ineinanderfließen von Lust, romantisierender Beobachtungen des Unmittelbaren und auch der Natur an Aquarelle erinnert. Dabei sind sie nie schönfärberisch. Nico Feiden steht nackt vor seinen Gedichten. „meine küsse wehen / nicht mehr durch die / haare der huren / von neapel“. Sie bleiben immer authentisch, mit jedem Atemzug, auch in ihrem Rhythmus, der Melodie des Laufens, unterbrochen von den Pirouetten des Ankommens, etwa zwischen den Weinbergen an Rhein und Mosel, die wieder neues Aufbrechen einleiten, „um dann ruhelos zu reisen / & den morgen dämmern zu sehen“. Betörend zieht er sich durch die Langgedichte als auch durch die kürzeren Formen.

Der Lyrikband gliedert sich in zwei Kapitel, das erste, mit „unterwegs“ überschrieben, und das zweite, es heißt „heimat“. Heimat, die in den Gedichten nie Endgültigkeit beansprucht, wird vorübergehend auch in der Liebe gefunden. „deine augen sind / ölflecken in den farben / der alten maler, / die sternnomaden suchen“. Obwohl das lyrische Ich inmitten des sanften Rausches der Zweisamkeit auch um Selbstbehauptung ringt. Angst vor dem Entfernen und Angst vor überbordender Nähe gehen einen Komplott ein in Feidens Poesie. Das macht sie in bezaubernder Weise rätselhaft, wollte man psychoanalytisches Werkzeug anlegen.

Vielleicht ahnt das lyrische Ich um die Ausweglosigkeit der Suche nach Heimat auf den Straßen Europas, weil diese Suche vorgeschoben ist, die Suche nach sich selbst meint?

Wie dem auch sei. Diese Suche jedenfalls trägt reiche Früchte in Form von wunderbaren Texten, in denen auch immer wieder aphorismenähnliche Verse mit Weisheiten überraschen, die diese sehr überzeugende Dichtung zusätzlich veredeln.

„jede wahrheit hat zwei gesichter / & jede lüge tausend die sie glauben.“

Nico Feiden. Das Echo des Weines. Rhein-Mosel-Verlag, 2017

http://www.r-m-v.de/edition-schrittmacher/658-das-echo-des-weines

 

Henning Kreitel. warten auf erneut

„alle seiten stürzen – / unaufhörliche salven / leise buchstabentöne / verstummen auf dem weg“. Die Gedichte dieses in seiner Zartheit beeindruckenden Lyrikdebüts sind wie Sprühregen, denn es geht um ungefilterten Geist, psychisches Beben. Der Ton der rhythmischen Zeilen ist originell, ahmt in keiner Weise schon Vorhandenes nach, scheint sich an keinen Vorbildern zu orientieren. Das ist es, was jene poetischen Momentaufnahmen so sympathisch macht. Der rote Faden in den einzelnen Texten ist rosa. Wie gehaucht berührt er tiefe Seelenstrukturen, deren Darstellung dem analytischen Geist kryptisch erscheinen mögen.

Hat man es mit Idyllen zu tun, poetischen Schönfärbereien der Innenwelten? Mitnichten. Immer wieder sind die inneren Reiche bedroht von einer unverständigen Außenwelt und ihren kühlen, kompromisslosen Gesetzmäßigkeiten. “tief in die seele der stadt der straße / organisch gewachsene / träne des schlaglochs / bereit zur reise ins innerste“.

Empfindlichkeiten und Empfänglichkeiten der Psyche auf dem Radar der Außenwelt sind ein zentrales Thema. Bei der Inszenierung dessen lässt Kreitel allerdings Milde walten. Ein vorsichtiger Lyriker, der, selber Photograph, seine Texte mit eigenen berückenden Bildern des Abend- und Morgenhimmels illustriert hat. Sie kommen minimalistisch daher wie die Gedichte selbst. Eine der Essenzen des Minimalismus, riesige Räume auf den Punkt zu bringen, ohne dabei zu verengen, findet sich in beidem, in ansprechender, wenngleich auch schüchterner Weise zum Ausdruck gebracht. Dabei sind die Gedichte durchaus von starken Bildern getragen, die, immer wieder durch die Verwendung prächtiger Wortneuschöpfungen an Intensität gewinnen. „dunkelüberstülpendes / wimpernschloss / – glasurversiegelt / süßkonserviert / hitzelos ein geheimes // nachgestern – / zu gewollte ewigkeit“.

Oft genug sind Kreitels Innenwelten, die wie feinstes Porzellan anmuten, auch wehrlos, was einige Gedichte geradezu tragisch macht. Vielleicht weht dem Leser deshalb zur Entlastung hier und da ein Anflug philosophischer Betrachtungen entgegen, der aber oft nicht zu Ende gedacht wird. Weil er sich nicht zu Ende denken lässt? Weil Philosophie ohnehin aus Anflügen besteht, aus künstlichen Kapriolen eines unzureichenden menschlichen Geistes, der den gesamten Weltzusammenhängen niemals gerecht werden kann?

„schicksal // dinge entstanden / der grund waren wir // tore öffnen sich // gelenkt durch fremde hand / finden wir uns“.

Diesem Lyriker ist noch so einiges zuzutrauen.

Henning Kreitel. warten auf erneut. Lyrik und Photographie. Mitteldeutscher Verlag, 2017

http://www.mitteldeutscherverlag.de/literatur/alle-titel-literatur/kreitel,-henning-warten-auf-erneut-detail

Sandpapier

Der Mund des Morgens redet in die Leere des Hauses.

Er berührt die Magie des Olivenbaumes

und die Gesänge der Bilder an den Wänden.

Ich bin mit der Stille verabredet. Sie ist meine Freundin

und riecht nach Lavendel wie die Seife im Bad.

Ich gehe den Weg zurück,

an den Anfang der Gerüche.

Sie sind salzig und herb wie die des Meeres.

Ich bin gestrandet und liege auf grünen Scherben.

Erzählt der Geruch. Weißes Blut rinnt über den Sand meiner Seele seither.

Ich streue den Sand auf das Papier, das die Schmetterlinge bewachen.

 

Kerstin Fischer

 

 

 

 

Yitzhak Laor. Auf dieser Erde, die in Schönheit gehüllt ist und Wörtern misstraut

„Die Welt ist ein volles Aquarium / drückt an mein Fenster“. Vielleicht, um dem Druck standzuhalten, hat der israelische Lyriker Yitzhak Laor Gedichte geschrieben. Sie  erstaunen, bringen zum Zittern und zum Weinen, denn der Dichter, einer der bedeutendsten Gegenwartslyriker Israels und so alt wie dieser Staat selber, hat immer wieder die israelische Gesellschaft in seinem poetischen Fokus, mit den Splittern von Krieg und Gewalt im Herzen, inmitten des Atems der Verlässlichkeit des Todes. Er kennt diese Splitter aus eigener Anschauung. „die Nasenlöcher. Oh, verlassne Haine wilder Orangen, unser / Land steht in Blüte wie eine erregte Braut, und ihre Bräutigame, Frauen / Männer, Juden, Araber, werden bekränzt verharren, barfuß / schweigend sich erinnern: O Heiligkeit unsres Lebens, Gäste/Fremde / sind wir im Land“.

„Worte sind der Verband, Worte / sind die Wunde, Worte sind / das Salz“. Und er präsentiert sie in filigranen lyrischen Geflechten, die mit groben Mustern gepaart sind, feinsinnig und robust zugleich also daherkommen, mal als Langgedicht, auch im Querformat, dann nur mit einer Handvoll Zeilen. Dieser Band, der zweisprachig vorliegt, und von Anne Birkenhauer aus dem Hebräischen übersetzt wurde, versammelt Gedichte, die in den Jahren zwischen 1979 und 2016 entstanden sind. Sie garantieren verzweifelte Existenzsicherung selbst in der Stunde des Todes. „der Tod zieht an uns vorüber wie eine hungrige Frau.“

Oder sie zeichnen das Gesicht der Einsamkeit im Haus, nach dem Tod der Geliebten. „Unsre dunkle Wohnung in der ich einst / riechen konnte wo du schläfst auch ohne Licht zu machen / bläht sich ohne dich auf wie eine dunkel anlaufende Leiche“.

Andere Gedichte wieder suchen nach der Essenz der Zweisamkeit lebender Liebender. Für die Verschmelzung bedarf es hier keines Geschlechtsaktes, sondern der „Konzentration“, als eine andere, spektakuläre Art der Verinnerlichung. Mit Liebesgedichten hat man es da zu tun, deren Poesie wie Mauersegler um Meeresklippen gleitet. Die Feinfühligkeit dieser Gedichte soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass man es hier auch mit einem politischen Lyriker zu tun hat, dem die Geschichte und Geschicke Israels am Herzen brennen, was in sehr berückenden, authentischen Versen seinen Ausdruck findet. Der Leser wird dicht an die Handlung gezogen, kann in die Bilder eintauchen wie in kristallklare Bergseen.

Yitzhak Laor. Auf dieser Erde, die in Schönheit gehüllt ist und Wörtern misstraut. Matthes & Seitz, 2017

https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/auf-dieser-erde-die-in-schoenheit-gehuellt-ist-und-woertern-misstraut.html?lid=1

Hartwig Mauritz. wälder kommen auf uns zu

Die Gedichte von Hartwig Mauritz sind wie Monumente, die ständig im Umbau begriffen sind. Als könnten sie in sich nicht ruhen. Und diese Ruhelosigkeit ist mitreißend und hinreißend zugleich, wenn sie auf der bizarren Klaviatur des Lebens spielt. Die Stadt, der Schreibtisch, die Natur, der Wald, das Licht etwa oder die Erinnerung, Wegbegleiter des Alltäglichen, explodieren dabei unter der Hand des Dichters. „das licht liegt abgegrast. die wegstrecke aus dünnen drüsen gedrückt / kristallkugel mit linsenzylinder, gliedfüßler kopfüber im augenwinkel / tastet ein Schatten den herbst ab. altweibersommer. auf langem faden“.

Vieles ist dabei kryptisch, wie eben auch die Weltzusammenhänge, ganzheitlich betrachtet, kryptisch sind. Ein prächtiges Abbild also liefert dieser Band, fein ziseliert in die erkaltete Lava der Unzulänglichkeit menschlichen Geistes, das „dämmertier gesichtsfeld“.

„wälder kommen auf uns zu“. Und die Wälder haben Krieg getrunken, und sie werden Krieg trinken. „ächzen äste unter last brechen tannen baumkrepierer / granatbeschuss und splitter wachsen in hundert jahren“. Eine unglaublich gute Vision, die sowohl rückwärtsgewandt ist als auch auf Künftiges verweist. Ist der Krieg systemimmanent, weil er nicht wegzudenken ist aus der Menschheitsgeschichte? Was sagen die Dichter wie Hartwig Mauritz? Sie belegen ihn mit ihren Versen wie mit einer Art Voodoo Zauber. Der Ausgang ist ungewiss. Krieg jedenfalls beginnt in den Köpfen und nicht alle lesen Gedichte dieser exzellenten Machart, die ein Höchstmaß an Verdichtung erreicht. Besonders eindringlich wird das, wenn in ihnen Natur und Technik zur Fusion gebracht werden. Wohl nicht von ungefähr geschieht dies. Hat man es nicht nur mit einem Dichter, sondern auch mit einem studierten Elektrotechniker zu tun. „die lampe nicht geschaltet. im smartphone reißt / ein elektronischer wolf deine augen auf, löst seine leine // sein nachtleib leuchtet zum nachteil deines nachbarn / lautlos klopft seine stimme in deinem kopf. sein led-himmel“.

Dann wieder ist der Mensch, das Du, vollkommen der Technik ausgeliefert, hat ihr keine Natur mehr entgegenzusetzen. Jener Ort am Bildschirm ist hermetisch abgeriegelt. Das digitale Gefängnis schluckt jene, die es anbeten. Eine Zustandsbeschreibung, die einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik nicht entbehrt. Die Abfolge der Bilder auch in solchen Gedichten ist rasant und dem Thema angemessen. „unter leuchtstofflampen hellen deine haut auf. innen trägst du sie / wo dörfer, felder, gräben keine bilder in die fenster hängen / nur das bildschirmlicht trifft dein gesicht. deine freundin“.

Dieser Lyriker schafft mit seinen Gedichten neue, faszinierende Wirklichkeiten, die zum Nachdenken anregen und es gleichzeitig begehren wie eine Geliebte. Mehr kann ein feinfühliger Dialog zwischen Autor und Leser nicht erreichen. Famos.

Hartwig Mauritz. Wälder kommen auf uns zu. Rimbaud, 2017

https://www.rimbaud.de/lyrik.html#waelderkommenaufunszu

André Schinkel. Bodenkunde

André Schinkels Gedichte sind die leisen Botschaften im Relief von Muscheln am Strand,  salzig und erdnah. Sie zerstäuben Weisheiten, die sich der Transzendenz verweigern, gleichzeitig aber transzendent sind, wie es die Lyrik, als zweite Stimme des Geistes nur sein kann.  „Immer wieder pflanzt // Muhme Natur dir Ane- / Monen und Wollgras / Ins Anlitz – allein du / Gibst dich, ein schweigender / Dämon, für Stürme und “. Gern bricht diese Stimme, die in starken Rhythmen spricht, Idyllen auf, wenn sie sich über Natur und Geröll erhebt. „Wirrer Ausbruch der / Frühe, von den Quellen, ins / verröchelnde Nichts.“

Auf wissenschaftlichem Gebiet arbeitet Schinkel interdisziplinär, spürt, nach eigenen Angaben, der Annäherung zwischen Archäologie und Literatur nach – da hätte der Titel des Bandes treffender nicht ausfallen können. „Du steigst hinauf, die verlorenen Lieben zu zählen: das / Licht über dem Tal: der Fuß im Stein eine Auster.“

Zuweilen ist man an die Gesänge des Ossian in Goethes Werther erinnert. Wenn auch mit vollkommen anderer Intention. Nicht Verzweiflung, sondern Erstaunen pflastern den Enthusiasmus, mit dem die Steilufer der Lebenszusammenhänge beschrieben werden, der „Samtsaum deiner Hüften“ etwa oder „Die Mammutsteppe / Im neuen Jahrtausend, bis / An den Rand gefüllt:“  Die Webart dieser Gegenwartslyrik scheint mit dem Pathos vergangener Jahrhunderte zu spielen. Avancen an die alten Meister oder Fortsetzung einer Melodie, die über den Zeiten vibriert? „Das ist der Bogen / Am Ende der Sehnsucht,“ Wo ist ihr Anfang? Von „gestirnloser Hoffnung“ ist die Rede.

Kann die Liebe retten? Aber „Wir sind Rosen-Käfer im Wind der Verdammnis“ sagt das lyrische Ich zu der Geliebten. Die Liebesgedichte sind atemberaubend, flirren vor Anmut und Schönheit wie die Geliebte selbst. „Du bist eine Lilie / Aus Lodern und Schnee.“ Aber auch sie bleiben der Endlichkeit als ihrer eigentlichen Göttin ergeben. „Glücklich über den einen / Moment, bevor die Welt, eine/ Unstillbare Liebe, mit ihren Apokalyptischen Jungfern, // Bananenstauden, den Hexen / Und Eichelhähern wieder / Versinkt. Besinne dich nicht – / Es gibt kein weiteres Mal.“

Ein großer Lyriker hat hier beeindruckende Kostproben seines Könnens vorgelegt, Gedichte, die, interdisziplinär gedacht, an die Inklusen im Bernstein erinnern.

André Schinkel. Bodenkunde. mitteldeutscher Verlag, 2017

http://www.mitteldeutscherverlag.de/literatur/alle-titel-literatur/schinkel,-andr%C3%A9-bodenkunde-detail