Sabine Prilop. Schnee am Gänseliesel

Auf einem Schulgelände in Göttingen wird ein Frankfurter Pharmareferent mit einem Tanto Messer, einer Kampfwaffe der Samurei-Krieger, getötet. Eine Kokainübergabe missglückt, demzufolge, wie der Leser erfährt. Aber der Stoff ist verschwunden. Die an Schizophrenie erkrankte Elena, die unmittelbar nach der Tat einem ebenfalls getöteten Hund einen Altar errichtet, könnte alles beobachtet haben. Aber sicher sind sich die Kommissarinnen Regula Fach und Simone Böhm nicht. Und die Verdächtigungen gegen den Kleindealer Nico, bleiben sie haltlos? Herzstück im Labyrinth der Ermittlungen der Mordkommission ist das Drogenmilieu der südniedersächsischen Universitätsstadt. Es wird regiert von dem „Wächter“, der Beziehungen in die Führungsetagen bedeutender Firmen und Verwaltungen unterhält.

Sabine Prilop ist ein durchgängig spannender Kriminalroman geglückt, in dem alles immer wieder wie auf Messers Schneide zu stehen scheint. Von feiner Hand findet sich ein Konstrukt aus Brutalität inszeniert, mit seinen tragenden Säulen Macht, Geld, Eifersucht und Habgier. Mit äußerster Sorgfalt wird dazu detailliert die Polizeiarbeit geschildert.

Aber es gibt auch einen humorigen Unterton, der taktvoll daherkommt und sich nicht erlaubt, übermächtig zu werden, in einem Roman, der mit überraschenden Wendungen aufwartet. Den Psychogrammen skurriler Typen, lebensprallen Ermittlern und Kriminellen kommt man darin gleichermaßen auf die Schliche. Und das Finale ist grandios und macht dem Titel des Romans alle Ehre.

Sabine Prilop. Schnee am Gänseliesel. Wellhöfer Verlag, 2017

http://www.wellhoefer-verlag.de/?Krimis/Schnee_am_G%26auml%3Bnseliesel