Hannah 0´Brien. Irische Nacht

An Saimhain, der Nacht des 31. Oktober auf den 1. November, bleiben die Türen der Häuser auf den irischen Aran – Islands  unverschlossen, und es werden skurrile Kostüme angelegt. Die keltischen Naturgötter wechseln ins Winterlager, und die Geister der Toten kommen zu Besuch. Diese Berührung mit der Anderwelt wird auch in Pattie Burkes Bed & Breakfast gefeiert.  Der erfolgreiche Farmer Michael Lynch ist dort Gast und wird von dem mysteriösen „Green Man“, einem Mann in einem Baumkostüm ermordet. Ein Fall für die kantig liebenswerte Grace O´Malley vom Morddezernat in Galway, ihren Kollegen Rory Coyne und den Privatdetektiv Peter Burke.

Warum hat die Fiedlerin Tessa Kean in der Mordnacht während des Auftritts ihre Band verlassen und wurde erst am Morgen in fragwürdigem Zustand wiedergesehen? An dieser Frage entspinnt sich nur eine der vielen Geschichten, die Hannah O´Brien grandios zu einem Netz verknüpft hat, in der der Täter oder die Täterin am Ende haften bleibt. Auch jene der Traveller, des ungeliebten fahrenden Volkes, spielt darin eine große Rolle. Den Vorurteilen zum Trotz wird hier ein ehrbarer Menschenschlag geschildert, der von großem Familiensinn geprägt ist. Irlandtypisch ist auch das Recht Torf zu stechen. Mit einem dafür eigens gegründeten Verein, der sich gegen Umweltschützer zu behaupten hat, muss sich Grace O`Malley während ihrer Ermittlungen auch noch beschäftigen.

Im Fortgang der Handlung, in dem die Figuren immer mehr und wie beiläufig Farbe erhalten, nimmt der Kriminalroman zunehmend an Tempo auf. Dabei fesselt er auch an die Grüne Insel, denn er ist zudem als Hommage an Irland zu verstehen, in dem die Autorin lange Zeit gelebt hat. Das macht ihn so faszinierend, so schaurig-schön.

Dies ist der dritte Fall, den Grace O`Malley vor der Kulisse der weichen, grünen Weiten und „messerscharfen Klippen“ zu lösen hat.

Hannah O´Brien. Irische Nacht. dtv, 2017

https://www.dtv.de/buch/hannah-o-brien-irische-nacht-21675/