Die frühen Reisenden

Auf dem Bahnsteig schwimmen die Zigarillos

der frühen Reisenden im Mittelmeer vergangener Visionen.

Das anonyme Gesicht des Bahnhofs zerfließt in ihrem Rauch.

Die Augen auf dem Buchcover, in dem einen Laden, graben sich mir ein,

vorbei an Happy Donatz. Unsichtbare Kojoten sitzen auf Gleis 13

und verhindern die Einfahrt des Metronoms.

Sie heulen in die Choreographie der Getriebenen aller Herren Länder.

Pastellfarbene Seide aus Neu Delhi

und die Vakanz von englischem Tweed fallen auf.

Die New York Times klemmt unter dem Arm.

Das Kaleidoskop nach Übersee.

Parfümierter Körpergeruch setzt sich über die rollenden Koffer hinweg.

An den derberen Schuhen klebt schon die Herbstnote

des Indian Summer. Der Bahnsteig erträgt ihre Sohlen

und den Kot der Tauben, die aus dem Paradies geflattert kamen,

als ein Elender in einem Abfallkorb nach seiner Unschuld wühlt.

War sie nicht blau noch vor Jahren?

Die Sirenen auf den Geländern beobachten ihn. Sie sind ohne Alibi.

 

Kerstin Fischer

 

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