Lyrik Noire. Das Haus

 

Das Haus am Ende der Wege schluckt dunkle Gestalten.

Ihre dürren Körper krümmen sich in die triefenden Verhältnisse.

Die Mutter im Gedächtnis scheint wie Torf. Der Vater liegt tot unter Beton.

Und die Zeit lahmt seit der blutigen Geburt.

 

Philosophen meiden den Ort hinter den gelben Gardinen.

Sie werfen nur Botschaften in den stummen Briefkasten an der Hauswand.

Botschaften, die feine Finger im Licht befühlen …

Irgendwann nach zarten Träumen

 

Ein Wolf wohnt auch in dem Haus.

Sein Blechnapf rasselt zu der Geburt Christi.

Nun öffnet jemand die Dunkelheit.

Die Nacht vibriert in den Adern seines Gesichts.

Er legt seine Eingeweide auf das Schafott des Morgens

 

wie erschlagene Tiere.

 

Kerstin Fischer (Lyrik und Aquarell)

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s